5 Tipps: Online-Veranstaltungen souverän und gelassen meistern

Online-Veranstaltungen

Fünf Tipps: Online-Veranstaltungen souverän und gelassen meistern

Der Corona-Virus hat im Berufsleben das beschleunigt, was zuvor teilweise nur zögerlich praktiziert wurde – Wir treffen uns online, um gemeinsam zu tüfteln, zu entscheiden, zu planen, zu steuern, zu lernen. Zu zweit, zu zwanzig, mit tausendenden: Online-Konferenzen, Online-Besprechungen, Webinare, Online-Coaching haben Hochkonjunktur. Alle, mit denen ich spreche berichten einhellig: „Es ist anstrengend!“. Dabei sitzen wir doch gemütlich im Homeoffice, schlürfen unseren Tee, müssen uns nicht mehr jeden Tag durch Staus quälen, um an unseren Arbeitsort zu kommen und können uns doch praktisch 24/7 erreichen. Jede Kundin, jeder Kunde, jede Kollegin, jeder Kollege mit denen ich in den vergangenen Wochen sprach, wunderte sich wie „platt“ sie am Ende eines Tages voll von Videocalls waren. „Ich liege um 22:00 im Bett“ berichten sogar eingefleischte Nachteulen.

Ich selbst habe viele Erfahrungen machen könne mit Videokonferenzen und Coachings – auch schon vor März 2020. Ich sehe darin diverse Vorteile – wenn z.B. Coachees aus anderen Städten ohne Anreise mit mir ins Gespräch kommen können. Zugleich merke auch ich, dass es Disziplin und Gelassenheit gleichermaßen braucht, um bei dem hohen Maß an virtueller Kommunikation weiterhin gesund und munter zu bleiben. Ich könnte nun ca. 3.000 Tipps geben, worauf ihr achten könntet… Ich fange einfach mal mit fünf an von denen ich überzeugt bin, sie kommen zwar trivial daher, helfen allerdings enorm:

1. Für jedes Online-Meeting sollte klar sein, was das Ziel ist

Im Change-Management sagen wir immer: „denkt von der Wirkung her!“. Also wollt ihr beispielsweise informieren, wollt ihr die Leute beruhigen oder zur Mitwirkung begeistern? Je klarer das ist, desto besser könnt ihr die Inhalte und den Verlauf der Veranstaltung darauf aufbauen. Ein Beispiel: Ich habe für den VDI eine Online-Veranstaltung zum Thema „Online-Veranstaltungen erfolgreich organisieren und moderieren“ durchgeführt. Unser Ziel war: Hürden und Vorbehalte abbauen, Inspiration und hilfreiche Handreichungen geben und für die Online-Formate begeistern. Dazu haben wir ganz praktische Erfahrungen, Tipps und Handwerkszeug vermittelt und die Veranstaltung so gebaut, dass die Teilnehmenden erleben konnten, wie Netzwerken und Interaktion auch online funktioniert. 2 Tage später bekam ich eine Anfrage, ob Teile unserer Folien verwendet werden dürfen. Ja! Klar! „Inspiration und Hilfreiche Handreichungen geben“ hat schon mal funktioniert!

2. Input und Interaktion im Wechsel

Schon bei der Vorbereitung einer Veranstaltung solltet ihr Möglichkeiten mit eindenken, um miteinander in Interaktion zu gehen, also Gespräche zu ermöglichen. Es ist ja mal ganz schön, einen spannenden TedTalk zu hören, aber ehrlich gesagt sind die wenigsten Online-Veranstaltungen und Meetings so spannend, dass man sich stundenlange Monologe anhören möchte. Denn das zieht Energie, und ein Gefühl von „Disconnection“ wird übermächtig. Deshalb überlegt euch, wie ihr die Teilnehmenden zur Interaktion herausfordern könnt, beispielsweise durch eine Umfrage mit anschließender Diskussion über das Ergebnis oder den begleitenden Chat. Wir halten es beispielsweise bei vielen Teilnehmenden so, dass wir im Chat die Fragen eine Weile sammeln und an Zwischenstopps dann gebündelt darauf eingehen und dann ggf. auch gezielt Rückfragen stellen und in den Live-Austausch gehen. Und wer jetzt sagt „Bei unseren Teammeetings bin ich als Chef*in die/ der Alleinunterhalter*in“ dem sage ich: es ist an Dir, das zu ändern!

3. Check-In und Check-Out sind Gold wert

Wollt ihr in einer guten Atmosphäre eine Veranstaltung durchführen und ein Klima schaffen, in dem die Teilnehmenden in Austausch gehen, vielleicht sogar kreativ werden, solltet ihr einen Check-In machen: das kann beispielsweise eine Verortung zur aktuellen Stimmung sein oder wie sie zu dem Thema stehen oder sogar eine gemeinsame Schweigeminute. Gerade bei unbekannten Teilnehmenden ist auch eine kurze Breakout-Session hilfreich, bei der man sich in kleiner Runde „beschnuppern“ kann. Ich habe selbst schon oft gemerkt, wie das beim mir Berührungsängste abbaut oder mich wirklich in der Veranstaltung ankommen lässt. Eine visuelle unterstützung kann dabei hilfreich sein:

Und wenn ihr dann durch seid, vergesst nicht, Feedback einzuholen. Da uns im virtuellen Raum einige Eindrücke nur teilweise, manche ganz „abgeschnitten“ sind, könnte es sein, dass dein Selbstbild und das Fremdbild weit auseinanderklaffen. Während Du selbst denkst „naja, war nicht so doll“, kann die Resonanz bei den Teilnehmenden ganz anders aussehen. Ich weiß selbst, dass ich bei einer meiner ersten Online-Veranstaltung mit ca. 60 Personen kein Gefühl dafür hatte, wie unser Angebot mit den Erwartungen der Teilnehmenden „matchte“. Mit Herzklopfen blendete ich eine Feedback-Folie ein und war erleichtert nun einen Anhaltspunkt zu haben, wie es angekommen ist. Feedback ist immer eine Möglichkeit, sich selbst und ein Veranstaltungsformat weiterzuentwickeln. Egal, ob es um eine regelmäßige Teamsitzung oder eine Aufsichtsratssitzung handelt. Vertut euch das nicht, wir befinden uns gerade alle auf einem großen Lernfeld!

4. Visualisieren, visualisieren, visualisieren

Schon in Präsenzveranstaltungen verflüchtigt sich so mancher wertvolle Beitrag, wenn er nicht niedergeschrieben wird. Im virtuellen Raum geht das noch schneller und es droht die Gefahr, sich im Kreis zu drehen. Nutzt die Möglichkeiten des Screen Sharing oder von gemeinsamen Whiteboards oder den Chat etc. Selbst ein einfaches Word-Dokument, in dem ein Teilnehmender die Gedanken mitskizziert kann dazu beitragen, dass sich nicht alles verflüchtigt und ihr zu Ergebnissen kommt. Alles was skizziert oder aufgeschrieben wird, kann üblicher Weise auch gespeichert und damit weiter verwertet werden. Und wenn ihr eine Message zu vermitteln habt, machen vielleicht auch in einer Teamsitzung 2-3 geteilte PowerPoint-Folien Sinn, um sich daran abzuarbeiten

5. Pausen machen

Last but not least. Pausen sind unerlässlich und tragen dazu bei, dass ihr bei Sinnen und Gelassenheit bleibt! Während ihr im „analogen“ Alltag wenigstens mal von einem Konferenzraum zum anderen laufen könnt, fällt das zumindest im Homeoffice-Alltag weg. Bewegung trägt allerdings dazu bei, Stress abzubauen! Pausen abseits vom PC braucht es, um die Augen und den gesamten Körper zu entspannen. Gebt euch Zeit, euch im wahrsten Sinne des Wortes aufzurichten, euch zu strecken, durchzuatmen und in die Ferne zu schauen. Das entspannt Körper und Geist. Ganz konkret heißt das: Zwischen Online-Veranstaltungen (und kommen sie noch so spannend daher) plant eine Pause von mindestens 10 Minuten ein. Traut euch, Blocker in den Terminkalender zu setzten, an denen ihr andere Arbeit macht oder einfach nicht zu erreichen seid. Es kommt doch auf’s Ergebnis eurer Arbeit an, nicht darauf ob ihr 24/7 online wart!

P.S.: Auch informelle Treffen können eine wunderbare Form sein, um Verbundenheit zu schaffen oder zu halten: Eine freiwillige regelmäßige Coffee-Corner (also gemeinsame Kaffeetrinken „in der Küche“), ein gemeinsames Mittagessen oder der Feierabend-Drink sind möglich. Das einzige Ziel ist dann, die Verbindungen zu pflegen. Eine Dramaturgie ist dann nicht nötig, es braucht nur jemanden, der regelmäßig als Host da ist. Und… es ist erstaunlich, wie wohltuend dieses „chitchat“ in Zeiten von Homeoffice ist!

Viel Spaß bei Euren Online-Formaten!

Ist Führung heute out oder anders? Der Online-Talk

Führung

Ist Führung heute out oder anders? Wir gehen auf den Prüfstand!

Für den VDI Berlin Brandenburg fragen Dr. Phil. Justinus Pieper und ich „ist Führung heute out oder anders?“

Wir gehen in den Diskurs miteinander und mit Ihnen und stellen Führung vor dem Hintergrund der rasant voranschreitenden Digitalisierung auf den Prüfstand:

  • Welche Führungsmethoden sind sinnvoll und hilfreich?
  • Was können wir von historischen Führungspersönlichkeiten auch heute noch lernen?
  • Wie passen Führung und Selbstorganisation zusammen?
  • Und natürlich werden wir auch schauen, was Führung aus dem Homeoffice für Herausforderungen bringt und wie man denen begegnen kann!

Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen. Kommen Sie gerne vorbei – auch wenn Sie kein VDI-Mitglied sind!

Dies ist ein ONLINE-Event am 28.05.2020 von 19:00-21:00.

Zur Anmeldung über den VDI geht’s hier entlang >>

Mein Gesprächspartner:
Dr. phil. Justinus Pieper begeistert für nachhaltige Managementstrategien auf ethischem Fundament – versehen mit dem Gütesiegel der Geschichte. Er ist für mittelständische Unternehmen (u.a. Gindele GmbH) ebenso tätig wie für internationale Konzerne (u.a. Audi AG, Siemens-Nokia, Mast-Jägermeister SE), Stiftungen (u.a. Konrad-Adenauer-Stiftung), Kammern (u.a. IHK Karlsruhe), Vereine und Verbände (u.a. VDI, VBI, VBKI). 2016 Lehrpreisträger der Beuth Hochschule für Technik Berlin, bis Juli 2019 Gastprofessor an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, Initiator und Moderator der Reihe „We meet Business“, Träger des FinAF-Preises (in Kooperation mit IfKom) für ethisch-nachhaltiges Führen 2020. http://www.erfolgsgeschichte.net/

Dem Team Orientierung geben – so funktioniert’s

Orientierung geben

Für Führungskräfte und Teams stellt sich immer wieder die Frage: was gibt uns Orientierung – gerade in der schnelllebigen und komplexen Arbeitswelt

Schnell mal eine Vision auf einen Zettel pinseln, die verkünden und dann ist das schon genug Orientierung? Dass es ganz so einfach ist, stelle ich immer wieder in Team- und Organisationsentwicklungsprozessen fest. Was sind eigenlich „gute“ Orientierungspunkte? Wie können Mitarbeiter*innen andocken? Wie entsteht aus einer zunächst vielleicht nur rudimentären Vision eigentlich Bewegung?

Häufig braucht es – gerade in hierarchisch organisierten Unternehmen – einen Impuls der Führungskraft

Davon ausgehend kann gemeinsam mit dem Team eine tragfähige Vision entstehen, an der sich alle gemeinsam ausrichten können. Wenn jeder die Möglichkeit hatte, daran mitzuarbeiten und einzubringen, was ihm sinnvoll erscheint, entwickeln Bilder und Worte häufig Sogkraft für die Akteure. Es kommt Bewegung ins Spiel. Wie wir das ganz praktisch angegangen sind, beschreiben Michael Greulich, Leiter der Testplattform bei der ALDB GmbH und ich in zwei BLOG-Beiträgen auf XING Executive:

Die Perspektive der Führungskraft gibt’s hier >>

Die Perspektive der Organisationsenwicklerin gibt’s hier >>

Und wer noch mehr zum Thema wissen will, und wie das Thema „Visionen erarbeiten“ in einen Teamentwicklungsprozess eingebunden ist, dem sei mein Buch „Der Balanceakt zwischen Führung und Selbstorganisation“ ans Herz gelegt!

Der Balanceakt zwischen Führung und Selbstorganisation

Führung und Selbstorganisation

Verantwortung neu verteilt: Herausforderungen für Teams und Führungskräfte

Durch die zunehmende Digitalisierung befeuert suchen hierarchisch organisierte Unternehmen eine neue Balance zwischen Führung und Selbstorganisation. Wie kann das gelingen?

Die Führungskraft als Initiator der Transformation

Der technologische Wandel fordert von hierarchisch organisierten Unternehmen mehr Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft. Eine neu ausbalancierte Art der Führung und Selbstorganisation soll dies ermöglichen – ungewohntes Terrain für viele Führungskräfte und Teams. Die paradoxe Aufgabe für die Führungskraft: Meist muss sie den Wandel initiieren, Orientierung geben und sukzessive Verantwortung abgeben. Wie kann sie mit dem Team Fahrt aufnehmen? Welche Fähigkeiten müssen die Akteure schärfen, um zu einem souveränen Zusammenspiel zu finden?
Diese Fragestellungen beleuchte ich vor dem Hintergrund einer systemisch orientierten Sichtweise anhand von Praxissituationen. Ich gebe Führungskräften im mittleren Management und Teams einen Kompass an die Hand, der sie Schritt für Schritt zu einer neuen Zusammenarbeit führt.

Das Buch ist etwas für Praktiker

Es enthält Fallbeispiele, konkrete Methoden und Modelle und gibt viele Anregungen, wie Sie als Führungskraft eine Initialzündung für die Transformationen geben können. Was das für die eigene Rolle und Haltung bedeutet, und wie mit dem Team weiter gearbeitet werden kann.

Das zentrale, im Buch vorgestellte und von mir entwickelte MEER-Modell können Sie hier herunterladen, um es für die Arbeit mit Ihrem Team zu verwenden.

Die Daten zum Buch

Erscheinungsjahr 2019. 83 Seiten, mit 3 Abbildungen und einer Tabelle, kartonierte Ausgabe
Print: € 12,– D, € 13,– A
eBook: € 9,99 D, € 10,30 A
ISBN 978-3-525-40673-1
Erschienen bei Vandenhoeck und Ruprecht in der Reihe Leben. Lieben. Arbeiten: systemisch beraten
Das Buch „Der Balanceakt zwischen Führung und Selbstorganisation“ kann hier bestellt werden >>

 

Fragen machen klug und stärken die Eigenverantwortung

Fragetechniken

Fragen machen klug, das weiß doch jedes Kind

Schon Ernie und Bert haben uns beigebracht, „wer nicht fragt bleibt dumm“. Das Schöne ist, wenn Fragen gestellt werden, können der Fragende und auch der Gefragte gleichermaßen dazu lernen. Und das ist insbesondere dann interessant, wenn sich Unternehmen wünschen, dass Mitarbeiter mit mehr Eigenverantwortung bei der Sache sind. Doch wie frage ich wirksam? Gibt es einen Fragen-Fundus? Die kluge Antwort vorweg: Ja, natürlich! Hier!

Viele Führungskräfte suchen im Coaching den Schlüssel zu mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter

Sie wünschen sich im Rahmen der Führung und Zusammenarbeit eine Fehler- und Problemlösungskultur, in der die Fachexperten eigenverantwortlich Missstände ansprechen und zur Lösungsfindung beitragen. Um dies zu erreichen, mache ich immer einen Exkurs zu den Fragetechniken. Diese helfen, zu neuen Optionen zu kommen und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu stärken. Mit  Hilfe von Fragen wird das üblicher Weise Unausgesprochene aufgedeckt: Einschätzungen, Ideen, Grundannahmen, Glaubenssätze, Werte der Personen kommen an die Oberfläche und können für eine (gemeinsame) Lösungsfindung herangezogen werden.

Den Soll-Zustand ins Visier nehmen

Meist ist es hilfreich, zunächst einen wünschenswerten Soll-Zustand („wie ist der Zustand, wenn das Problem nicht mehr existiert“) zu formulieren. Dadurch wird ein Lösungsfokus aufgemacht und der Kontext geklärt, innerhalb dessen nachgedacht werden soll. Davon ausgehend können die Beteiligten ihre Kompetenz und ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit, und auch eigene mögliche neue Verhaltens- bzw. Herangehensweisen für die Zukunft ins Spiel bringen.

Den inneren Experten in den Hintergrund stellen

Die Herausforderung für viele Führungskräfte ist in diesem Zusammenhang, ihr Vertrauen in die Fähigkeiten und die Leistungsbereitschaft der Menschen in den Vordergrund, und ihren eigenen inneren Experten (der bereits eine Lösung im Kopf hat) in den Hintergrund zu stellen. Statt selbst einzugreifen (eine Lösung vorzuschlagen) können sie den Lösungsfindungsprozess mit klärenden oder anregenden Fragen und mit der Haltung des Nichtwissenden befeuern.

Genereller Tipp

Gut zuhören und einzelne Aspekte aus der Antwort aufgreifen und daran die nächste Frage ausrichten, statt „immer wieder ein neues Fass aufzumachen“. Z.B.
Führungskraft (FK): Wie würdest Du denn herangehen?
Mitarbeiter (MA): Ich würde zunächst ein Feinkonzept erstellen
FK: Aha, ein Feinkonzept. Wofür ist das denn wichtig?
MA: Damit ich eine höchstmögliche Sicherheit gegenüber dem Kunden habe
FK: Was würde Dein Kollege xy (ein wohlgesonnener Experte) sagen, wie wichtig das mit der Sicherheit ist?

Fragen über Fragen. Der Fragen-Fundus im Kontext Führung und Eigenverantwortung

Zum Ausdruck auf A3 habe ich den Fragen-Fundus zusammengestellt. Den können Sie sich hier herunterladen >>

Fragen-Fundus

Mit dem MEER-Modell die Selbstorganisationsfähigkeit von Teams stärken

Selbstorganisationsfähigkeit stärken mit dem MEER-Modell

Das MEER-Modell bei den Wirtschaftspsychologen

Am 09.07.2018 stelle ich das MEER-Modell zur Stärkung der Selbstorganisationsfähigkeit von Teams vor. Spannend dürfte unter anderem werden, dass ich betrachte, wie Selbstorganisation  in zwei sehr unterschiedlichen Kontexten lebt bzw. zum Leben erweckt wird: zum einen im Unternehmenskontext, bei Teams die klassischer weise hierarchisch geführt wurden, und nun mehr Selbstorganisation und Eigenverantwortung umsetzen müssen, um in der VUKA-Welt überleben zu können. Hier kann ich gelassen aus der Außenperspektive des Coaches auf den Transformationsprozess schauen. Ganz anders sieht es aus, wenn ich mir unsere selbstorganisierte Improvisationstheater-Gruppe anschaue. Als Ensemble-Mitglied der IONen Improtheater Berlin kann ich alles auch aus der Innenperspektive schildern. Da moderiere, entscheide, erkenne und reflektiere ich live mit – mit allen Höhen und Tiefen, die das mit sich bringt! Ein wunderbares Lernfeld…

Ich freue mich, das von mir entwickelte Modell beim Bundesverband der Psychologinnen und Psychologen, Sektion Wirtschaftspsychologie vorstellen zu können und bin gespannt auf die Diskussion.

Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich willkommen, die Veranstaltung ist kostenfrei.

Datum: 09.07.2018
Zeit: 19:15 bis 21:15
Ort: Haus der Psychologie, Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin, Raum 403 (4. Etage)
Anreise:
ÖVPN: U-Bahnstation Märkisches Museum (U2), U-Bahnstation Heinrich-Heine-Strasse (U8) und S-Bahnstation Jannowitzbrücke (S5 / S9 / S75) jeweils in ca. 300 m Nähe.
PKW: Freie Parkplätze sind abends leicht zu finden.

Gäste sind willkommen. Bitte kontaktieren Sie Dr. Thomas Binder vorher, wenn Sie kein BDP-Mitglied sind.

 

Mehr Freiraum im Kopf – ein Baustein für die Arbeit 4.0 – Teil3

Rituale für Teams

Tipp 3: Rituale für Teams bringen mehr Freiraum im Kopf

Die VUKA-Welt hält auch für Teams ständig Überraschungen bereit, deshalb ist es interessant, durch Konzentration auf das Wesentliche mehr Freiraum im Kopf zu kreieren, z.B. um dadurch ihre Kreativität zu stärken oder einfach mal „einen Berg abzuarbeiten“. Fokussierende gemeinsame Rituale für Teams können z.B. die Kommunikation und damit das Miteinander positiv beeinflussen. Die in Teil 1 und Teil 2 dieses Beitrags „Freiraum im Kopf“ beschriebenen Praktiken (z.B. Handy in eine Kiste sperren in Meetings) können dabei explizit vereinbart werden. Weitere Ideen für mehr Fokus sind diese Rituale für Teams – ich praktiziere sie oft auch in meinen Workshops:

  • Zu Beginn eines Meetings oder eines Workshops 1 Minute gemeinsame Schweigezeit, öffnet die Konzentration für das was folgt.
  • Wöchentlich immer zur gleichen Stunde eine Schweigezeit während der Arbeit für das gesamte Team. Die Prinzipien des Monotasking gelten auch hier (siehe Teil 1). Besonders interessant ist diese „SlackTime“ für Teams im Großraumbüro.
  • Auf eine bewusste Unterbrechung der üblichen Gedankenflüsse setze ich oft in Workshops: durch dynamische Reaktionsübungen, bei denen Stimme und Körper eingesetzt werden, entsteht Spaß und Aufmerksamkeit für den Augenblick. Ich persönlich klaue mir diese „Tools“ (besonders beliebt sind der Whiskeymixer oder der Samurai) aus meiner Improvisationstheater-Praxis. Und glauben Sie mir: Auch Ingenieur/innen machen mit und haben Spaß daran!

Fragen Sie in Ihrem Team nach, wer Erfahrungen mit den oben genannten oder ähnlichen Werkzeugen gemacht hat, und bitten Sie diese vorzustellen und gemeinsam zu üben. Sie werden erstaunt sein, was das an positiver Energie erzeugt.

Hier geht’s lang zu Tipp 1: Multitasking ist Gift für den Freiraum im Kopf >>

Hier geht’s lang zu Tipp 2: Fokus für mehr Freiraum im Kopf >>

Mutige Frauen in der VUKA-Welt

mutige Frauen auf dem Impro-Workshop beim Karrierekongress

Ausgebuchter Workshop auf dem 14. Karrierekongress WoMenPower 2017

Getreu dem Motto „heiter scheitern“ warfen sich die Frauen mutig in Übungen hinein, die wir aus unseren Improtheater-Erfahrungen zusammengestellt hatten in unserem Workshop „Improtheater meets Führung: Heiter scheitern in der VUKA-Welt“.

Es ging in den 90 Min. darum, in Windeseile gemeinsam in Bewegung zu kommen, sich im Spiegel der anderen zu erleben und den Unterschied zwischen „blockieren“ und „annehmen“ für sich zu erfahren. Insbesondere letzteres kommentierte eine Teilnehmerin: „Das ist ja unglaublich, was alles entstehen kann, wenn man gedanklich mit „ja, genau“ unterwegs ist… das werde ich bei meinem nächsten Innovations-Workshop auf jeden Fall so anwenden!“

Und so sah es im Workshop aus – hier ein kleiner Einblick im Film.

Mutig Segeln in Ungewissheit

Als Moderatorinnen konnten wir Frauen erleben, die sich ganz selbstverständlich auf einander einließen. Es gab kein langes Zögern oder Zetern, wie man es heute noch in manch einem Unternehmen erlebt, wenn man in ungewissen Gefilden segelt. Das macht Mut und fordert uns gleichzeitig heraus, Frauen auf ihrem Weg in Führungspositionen weiter zu flankieren. Denn eines ist klar, je mehr gute Vorbilder es gibt für die Zusammenarbeit und das Verständnis auch unkonventionelle Wege zu gehen, desto eher kann wirkliche Innovationskultur entstehen und Veränderung und Erneuerung auf den Weg gebracht werden.

Michaela Jaritz sagt über den Workshop

„Die Beschreibung des Workshops beim Kongress WoMenPower hat nicht zu viel versprochen: Auf leichte, spielerische, humorvolle und untereinander sehr verbindende Art und Weise habe ich erlebt, wie die Qualitäten und Stärken des Improvisationstheaters in der Business-Welt hilfreich sein können, um Kreativität zu fördern, die Wahrnehmung zu schulen, sich auf Neues einzulassen. Das Ausprobieren hat viel Freude gemacht, die Bezüge zu den Mechanismen im Business waren gegeben – für meine Arbeit als Trainer und Coach habe ich viel Inspiration mitgenommen. Herzlichen Dank dafür!“

>> Möchten Sie mit Ihrem Team raus aus der Komfortzone? Dann sprechen Sie mich an, ich kreiere gerne inen individuellen Workshop für Sie und Ihr Thema >>

>> Wenn Sie Improtheater lieber als Bühnenshow mit den IONen erleben und im Unternehmenskontext einbauen möchten, lassen Sie sich hier inspirieren und geben Sie mir gerne direkt ein Signal. Wir spielen mit Ihnen! >>

Improtheater meets Führung: Heiter scheitern in der VUKA-Welt

Improtheater heiter scheitern in der VUKA-Welt

Hä? Scheitern und Improtheater und Führung?!

Wie passt denn das zusammen? Das zeigen wir in unserem Workhop auf dem 14. WoMenPower Karrierekongress der Hannovermesse am 28.04.2016!

Führungskräfte in der VUKA-Welt als Knotenpunkt in der Zusammenarbeit

Durch die Art der Kommunikation und ihr vorbildhaftes Verhalten können Führungskräfte ein Klima der Verbundenheit und Innovationskraft im Unternehmen mitgestalten und Veränderungen initiieren. Angesichts der gefühlten Komplexität, Ungewissheit und Geschwindigkeit permanenter Veränderung braucht es Achtsamkeit im Augenblick, und den Mut, auch ungewöhnliche Wege mit offenem Ausgang zu gehen.

Was können Sie von Improvisationstheater-Spielern lernen? Sie „segeln“ permanent in Ungewissheit: Ohne Drehbuch kreieren sie spontane Szenen. Dafür „scheitern sie heiter„, sind sich ihrer mentalen Modelle bewusst, und nutzen Impulse des Augenblicks, um Neues zu entwickeln. Erleben Sie im Workshop, wie ein Teppich aus Kreativität, Leichtigkeit und Spaß am gemeinsamen Tun entsteht – ein prima Nährboden für Erfolg: Anati Olzinger und mich verbindet das Impro-Spiel bei den IONen Improtheater Berlin und wir setzen beide unsere Erfahrungen in der Beratung ein. Wir spielen mit Ihnen!

Hier können Sie sich zum Workshop anmelden

Sie können sich ab 13. Februar 2017 direkt auf der Plattform der Hannovermesse anmelden. Die Early Bird Aktion geht bis 12. März 2017. Zur Anmeldung geht es hier >>

Die Retrospektive – Ein Baustein für die Arbeit 4.0

Retrospektive

Durch die auf Teams einprasselnden Anforderungen in Projekten oder im Rahmen der laufenden Arbeit ist es wichtig, sich gemeinsam gewahr zu werden, wie die Zusammenarbeit funktioniert und wie gut das Team auf Veränderungen reagieren kann. So sind gemeinsames Lernen und eine hohe Leistungsfähigkeit möglich. In selbstorganisierten Teams ist die Retrospektive das „Werkzeug“, das dazu dient, regelmäßig die Arbeit zu überprüfen. Aber auch jedes andere Team kann von dieser Rückschau profitieren.

 

So funktioniert die Retrospektive

Dauer: 45-60 Min.
Rahmenbedingungen: Moderator/in, Moderationsmaterial, Raum
Vorbereitung: Ein Flipchart oder eine Pinnwand mit der Metapher Segelboot-Anker-Eisberg (siehe Graphik)

Erfahrungen einsammeln

Die Moderation erläutert die vorbereitete Pinnwand: Um die nächste Etappen gut gemeinsam meistern zu können und den richtigen Kurs zu finden, ist es wichtig, gemeinsam zu reflektieren:

  • Was war für und als Mannschaft der Wind in den Segeln (was hat uns gut voran gebracht)?
  • Was waren die Anker, die uns festgehalten haben (und uns gehemmt haben, die Ziele zu erreichen)?
  • Welche gefährlichen Klippen und Eisberge haben wir umschifft (über die wir uns freuen und woraus wir lernen können)?

Bitten Sie die Teilnehmer/innen zu jedem Aspekt Ihre Eindrücke möglichst konkret auf Karten oder Klebezetteln zu sammeln. Wenn nach ca. 3-5 Min. alle damit fertig sind, können die Klebezettel von den Teilnehmer/innen nacheinander an das vorbereitete Schaubild geklebt werden. Versierte Teams gruppieren gleich ähnliche Themen. Als Moderator/in können Sie dies gemeinsam auch im Nachhinein machen.

Über Erfahrungen und verschiedene Sichtweisen austauschen

Geben Sie den Teammitgliedern Zeit, sich über die gemachten Erfahrungen, Einschätzungen, Rückschlüsse auszutauschen. Hier spielen individuelle Fähigkeiten, aber auch Bedürfnisse und Beobachtungen eine große Rolle:

  • Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede; gibt es unterschiedliche Auffassungen und wie gehen wir damit um?
  • Was sollten wir ab sofort anders machen, um zukünftig mehr Wind in den Segeln zu spüren und gefährliche Klippen zu umschiffen (also das bereits Gelungene verstärken) und die Anker zu vermeiden (also Hemmnisse zu beseitigen?

Vereinbarungen treffen

Treffen Sie konkrete Vereinbarungen, die machbar sind und ggf. von verschiedenen Teammitgliedern umgesetzt werden können. Verantwortlichkeiten sollten klar sein. Wie wirkungsvoll Sie in der Umsetzung waren, können Sie in der folgenden Retrospektive erkennen.

Viel Spaß bei Ihrer nächsten Retrospektive und dem gemeinsamen Lernen!

>> Wünschen Sie sich Unterstützung bei der Durchführung einer Retrospektive oder wollen Sie ein selbstorganisiertes Team aufbauen? Sehen Sie hier meine Angebote für Teams und Organisationen.