6 schnelle Online-Warmups für virtuelle Meetings

Online-Warmups

6 schnelle Online-Warmups für virtuelle Meetings

Mittlerweile gehört es fast schon zum guten Ton im Unternehmen, ein Online-Meeting nach anderen durchzuführen. Die Folge: wir sitzen noch mehr als in Vor-Corona-Zeiten, der Kopf raucht, weil so viele harte Fakten in kurzer Zeit durch den Äther geschickt und aufgenommen werden müssen, und wir fühlen uns erschöpft vom ständigen Starren auf den Bildschirm. Da kann es schon mal passieren, dass die Konzentration leidet, der Rücken schmerzt, die Freude am Miteinander verloren geht.

Viele Remote Teams wünschen sich mehr Nähe

Gleichzeitig höre ich von vielen Kundinnen und Kunden, dass das Bedürfnis nach mehr Leichtigkeit und Nähe zu den Kollegen und steigt – es klopft zuweilen unerbittlich an, um sich Gehör zu verschaffen.

Guter Kontakt und Energie braucht nicht viel Zeit

Meine Erfahrung ist: es geht oftmals ganz schnell, sich miteinander „einzuschwingen“ oder „abzuholen“ und sich gegenseitig ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern oder aus einer verdrehten Sitzhaltung rauszukommen. Die Zauberformel ist recht einfach: tut zu Beginn eines Meetings etwas gemeinsam, was euch aus dem Trott rausbringt und nichts mit der Arbeit zu tun hat. 6 praktikable Warmups für Remote-Meetings, die ihr (fast alle) in 1-5 Minuten durchführen könnt, habe ich euch zusammengestellt. Für alle ist es erforderlich, dass die Kamera an ist und eine Person die Anmoderation übernimmt, los geht‘s:

1.    Pflück den Apfel

Online-Warmups Apfel pflücken

Du bittest alle Teilnehmenden aufzustehen und sich so vor den Bildschirm zu platzieren, dass man den Oberkörper sieht. Nun machst du nacheinander mit mehrmaligen Wiederholungen leichte Mobilisierungsübungen vor, damit ihr zum Schluss gefahrlos die Äpfel pflücken könnt. du sagst dabei jeweils an was du tust und bittest alle direkt mitzumachen. Die einzelnen Übungen wiederholst du jeweils ein paar Mal:

  • Schüttelt die Arme und Beine ordentlich aus
  • Die Schultern kreisen rechts/ links; nach vorne, nach hinten
  • Den Kopf zum Brustbein neigen, langsam das rechte Ohr zur rechten Schulter, wieder zur Mitte und dann nach links
  • Auf der Stelle laufen, dabei die Arme gut mitnehmen
  • Die Arme in die Hüfte stemmen und die Hüfte in jede Richtung ein paar Mal kreisen
  • Und jetzt die Äpfel pflücken, indem ihr auf die Fußspitzen geht, die Hände nach oben reckt und so tut, als würdet ihr (rechts/links/rechts/links…) ganz viele Äpfel vom Apfelbaum greifen.

Wozu? Mobilisiert
Dauer: ca. 1-3 Min., Anzahl TN: unbegrenzt

2.    Spieglein, Spieglein im PC

Online-Warmups SpiegelHier geht es darum, dass 1 Person Bewegungen oder Gesten vormacht, und die anderen spiegeln dies. Das kann im Stehen oder Sitzen geschehen und sich auf den gesamten Köper ausdehnen – wichtig ist, dass die anderen sehen können, was du tust. Z.B. die Arme wie Windmühlen bewegen oder die Backen aufplustern, sich die Haare verwuscheln oder auf der Stelle hüpfen. Du solltest als Erster etwas vormachen, dabei musst du schauen, dass die anderen mit dem Tempo hinterherkommen – also lieber nicht zu schnell! Nach ca. 2-3 verschiedenen Bewegungsabläufen rufst du den Namen einer anderen Person und sie übernimmt. Ihr könnt das je nach Teamgröße und Zeit so machen, dass alle mal „Vorturnerin“ sind oder nur ausgewählte Personen.

Wozu? Mobilisiert
Dauer: ca. 1-5 Min., Anzahl TN: unbegrenzt

3.    Fortlaufende Geschichte

Online-Warmups Geschichtenerzähler

Ihr werdet jetzt alle gemeinsam zur Geschichtenerzählerin: Du beginnst eine Geschichte mit einem Satz, und nacheinander dürfen alle anderen Teilnehmenden jeweils mit einem weiteren Satz die Geschichte weiterspinnen. Damit es gut funktioniert, kannst du anmoderieren, dass die Erzählerinnen ihren jeweiligen Satz (laut oder gedacht) mit „ja, genau und…“ verbinden. Außerdem könnte es helfen, wenn ihr vorher eine Reihenfolge festlegt, also Euch einmal laut „durchnummeriert“. Los geht es dann mit einem positiven (!) Satz, z.B.: „Als Elke am Mittwochmorgen aufwachte, kitzelte ihr bereits die Sonne auf der Nasenspitze.“ Der nächste macht dann weiter mit (ja, genau und…) „Sie sprang deshalb ganz wendig aus dem Bett, denn sie wusste das Freibad ruft!“.
Ihr könnt mehrere Runden drehen oder schon von Anfang an sagen, dass die Geschichte nach 1 Runde beendet sein soll. Interessant ist, dass man bei diesem Warmup meist auch ein bisschen darüber erfährt, was die Leute gerade beschäftigt oder auch wie gut sie sich auf das vorher Gesagte einlassen können!

Wozu? Regt die Kreativität an
Dauer: ca. 1-5 Min., Anzahl TN: max. 10

4.    Blau

Online-Warmups Blau

Bei diesem Warmup kommt Farbe ins Spiel. Du rufst als Moderatorin eine Farbe, z.B. Blau und bittest alle Teilnehmenden einen Gegenstand in dieser Farbe zu suchen und anschließend in die Kamera zu halten. Die oder der letzte darf dann die nächste Farbe ansagen. Ihr könnt das so lange machen, wie es Spaß macht und werdet sehen, ihr lernt etwas übereinander und kommt in Bewegung. Bei großen Gruppen kannst du als Moderator auch mehrmals verschiedene Farben aufrufen, denn manchmal ist es schwierig zu erkennen, wer als letztes zurückgekommen ist.

Wozu? Mobilisiert, ihr lernt euch besser kennen
Dauer: ca. 1-5 Min., Anzahl TN: ca. 20

5.    Bilder-Check-In

Online-Warmups Bild

Der Volksmund sagt „ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“. Ich ergänze: es hilft uns oft, statt den schon 1000x gesagten Redewendungen („mir geht’s gut“) etwas mehr von sich zu zeigen. Ein Bildgemalt oder in Form einer gesprochenen Metapher – gibt uns oftmals selbst Zugang zum Unbewussten, macht Gefühle „besprechbar“ und gibt den anderen auch die Gelegenheit, auf eine leichte Art nachzufragen. 3 Vorschläge:

  • Symbol: Lass alle Teilnehmenden auf ein Blatt ein Symbol malen zur Frage „wie geht es mir heute“. Jeder hält dann nacheinander kurz sein Werk vor die Kamera und sagt etwas dazu.
  • Wetterbericht: Alle berichten in Form eines Wetterberichts darüber, wie es ihnen heute geht, z.B. „bei mir ist noch ein bisschen morgendlicher Nebel, denn meine Kinder haben mich heute die halbe Nacht wachgehalten“
  • Batterie: Du malst eine Batterie auf ein Whiteboard und lässt alle markieren, wie heute der Energielevel ist

Ihr könnt euch vorab darüber vereinbaren, ob ihr das jeweils einfach so im Raum stehen lasst, ob Nachfragen oder Bemerkungen erlaubt sind. Wenn ihr dazu ins Gespräch geht, tut das wertschätzend und mitfühlend mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass die Person ja vielleicht gerade etwas sehr Privates mit Euch geteilt hat!

Wozu? Hilft, Emotionen besser anzusprechen
Dauer: ca. 5-20 Min., Anzahl TN: 2-12

6.    Die stille Minute

Online-Warmups StilleManchmal ist es auch sehr wohltuend zusammen einfach eine Minute zu schweigen, so bekommt ihr Freiraum im Kopf. Du kannst das anmoderieren indem du sagst, „wir wollen zunächst einmal in Stille zusammenkommen, um uns danach ganz auf das was kommen soll konzentrieren zu können“. Vielleicht hast du auch eine Klangschale oder ein Glöckchen um damit den Start und das Ende der Minute zu markieren. Du kannst die Teilnehmenden bitten ihre Augen zu schließen und sich einfach mal einige Atemzüge lang auf sich selbst zu konzentrieren.

Wozu? Ankommen im Jetzt, Konzentration steigern
Dauer: ca. 3 Min., Anzahl TN: unbegrenzt

Der Kreativität bei WarmUps sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Mein abschließender Tipp: macht es einfach (im doppelten Wortsinn 😉), schaut, dass Ihr dabei Freude habt und gebt bei wiederkehrenden Meetings den Staffelstab reihum, sodass jeder mal dran ist, sich was zu überlegen! Und wenn Du noch mehr Tipps zu Online-Meetings wünscht, schau einfach hier, wie Du sie souverän und gelassen  meisterst >>

Ich wünsche euch viel Spaß bei Euren Online-Meetings!

Wollt ihr mit Eurem Team den nächsten Level der virtuellen Zusammenarbeit erreichen? Dann ist das Remote Leadership Programm eine tolle Gelegenheit, das schnell hinzubekommen. Sei dabei, hier gibt es weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung >>

Remote Leadership – Ein virtueller Entwicklungspfad für Führungskräfte

Remote Leadership

Bringen Sie Ihre Remote Leadership Skills auf den nächsten Level

Die Veranstaltung mit Start am 03.11.2020 ist ausgebucht! Wenn Sie auf die Warteliste möchten oder Interesse am nächsten Durchlauf haben, schreiben Sie mir bitte eine kurze Nachricht >>

Virtuelle Zusammenarbeit ist seit vielen Jahren auf dem Vormarsch, aber mit der jüngsten globalen Gesundheitskrise wurden viele von uns über Nacht dazu gezwungen, ihren Arbeitsplatz ins Home-Office zu verlegen. Inzwischen haben wir alle das ein oder andere über das Führen von Remote Teams gelernt. Aber haben wir bereits die bestmögliche und für alle zufriedenstellende Form der Zusammenarbeit gefunden? Oder könnte Ihr Team gemeinsam noch bessere Ergebnisse erzielen? Wie können Sie als Führungskraft eine stärkere Zusammenarbeit, eine bessere Kommunikation und ein höheres Maß an Vertrauen in Ihr Remote-Team unterstützen?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen auf, dass in den meisten Teams noch Spielraum ist:

Als Antwort auf die außergewöhnlichen Veränderungen im Arbeitsleben biete ich in Kooperation mit TalentMiles ein praktikables, forschungsbasiertes digitales Programm zur Entwicklung von Remote Leadership Skills an.

Melden Sie sich gleich hier an für den 3. November >>

Das vierwöchige Programm vereint Aktivitäten, die Sie mit Ihrem Team durchführen können, inspirierendes Material, um Ihr Verständnis für Remote Führung zu vertiefen, und eine Online-Community gleichgesinnter Führungskräfte, mit denen Sie in den Gedankenaustauschen gehen können.

Was ist Ihr Nutzen?

  • Sie werden herausfinden, wie Sie effektivere Interaktion und Kommunikation in Ihrem Remote-Team etablieren können
  • Sie schaffen eine bessere Feedback-Kultur als Grundlage für mehr Innovation und persönliche Entwicklung in Ihrem Remote-Team
  • Sie werden ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl und Vertrauen in Ihr Remote-Team erreichen

Die Rahmenbedingungen

Dauer: 4 Wochen
Zeitliche Investition: ca. 3 Std/ Woche

Gehen Sie mit an den Start!

  1. Melden Sie sich bis zum 27. Oktober an. Das Programm startet am 03. November 2020
  2. Nehmen Sie am Starttreffen am 03. November teil. Teilen Sie Erfahrungen und setzen Sie sich Ziele für Ihre Lernreise zusammen mit anderen Führungskräften in Ihrer Online-Peer-Gruppe.
  3. Ab dem 03. November erhalten Sie vollen Zugriff auf die TalentMiles App, in der Sie alle Lernressourcen dieses  Programms finden
  4. Setzen Sie die inspirierenden Aktivitäten zusammen mit Ihrem Team um, verankern Sie die Erkenntnisse direkt in Ihrer täglichen Arbeit

Das erwartet Sie inhaltlich

  1. 6 Hands-on, forschungsbasierte Aktivitäten, um Ihre Remote-Führungskompetenzen auf den nächsten Level zu bringen – einige davon in direkter Interaktion mit Ihrem Team
  2. Persönliche Unterstützung durch mich als TalentMiles‘ Lerncoach und durch die TalentMiles App
  3. Zusätzlich diverse Tools, Lesestoff und Videos, um Ihr Verständnis von Remote Leadership – auch über das Programm hinaus – zu vertiefen (einige Quellen sind in englischer Sprache)
  4. Wir haben drei moderierte online Meetings mit anderen Teilnehmenden bei denen Sie die Gelegenheit haben, sich über Erkenntnisse und Erfahrungen auszutauschen, und sich durch Best Practice zu Remote Leadership inspirieren zu lassen
  5. Wir verwenden neben der TalentMiles App das Videokonferenz-Tool Zoom. Sie haben so die Möglichkeit, überall in der Welt teilzunehmen.

Melde Sie sich gleich hier an für den 3. November >>
Ihre Investition beträgt 490€ inkl. MwSt.. Der Frühbucherpreis bis zum 25. September 2020 beträgt 430€ inkl. MwSt.

Sofern Sie Interesse haben, das Programm als Inhouse-Veranstaltung für mehrere Teilnehmer*innen anzubieten, sprechen Sie mich gerne an, auch das ist selbstverständlich möglich!

 

5 Tipps: Online-Veranstaltungen souverän und gelassen meistern

Online-Veranstaltungen

Fünf Tipps: Online-Veranstaltungen souverän und gelassen meistern

Der Corona-Virus hat im Berufsleben das beschleunigt, was zuvor teilweise nur zögerlich praktiziert wurde – Wir treffen uns online, um gemeinsam zu tüfteln, zu entscheiden, zu planen, zu steuern, zu lernen. Zu zweit, zu zwanzig, mit tausendenden: Online-Konferenzen, Online-Besprechungen, Webinare, Online-Coaching haben Hochkonjunktur. Alle, mit denen ich spreche berichten einhellig: „Es ist anstrengend!“. Dabei sitzen wir doch gemütlich im Homeoffice, schlürfen unseren Tee, müssen uns nicht mehr jeden Tag durch Staus quälen, um an unseren Arbeitsort zu kommen und können uns doch praktisch 24/7 erreichen. Jede Kundin, jeder Kunde, jede Kollegin, jeder Kollege mit denen ich in den vergangenen Wochen sprach, wunderte sich wie „platt“ sie am Ende eines Tages voll von Videocalls waren. „Ich liege um 22:00 im Bett“ berichten sogar eingefleischte Nachteulen.

Ich selbst habe viele Erfahrungen machen könne mit Videokonferenzen und Coachings – auch schon vor März 2020. Ich sehe darin diverse Vorteile – wenn z.B. Coachees aus anderen Städten ohne Anreise mit mir ins Gespräch kommen können. Zugleich merke auch ich, dass es Disziplin und Gelassenheit gleichermaßen braucht, um bei dem hohen Maß an virtueller Kommunikation weiterhin gesund und munter zu bleiben. Ich könnte nun ca. 3.000 Tipps geben, worauf ihr achten könntet… Ich fange einfach mal mit fünf an von denen ich überzeugt bin, sie kommen zwar trivial daher, helfen allerdings enorm:

1. Für jedes Online-Meeting sollte klar sein, was das Ziel ist

Im Change-Management sagen wir immer: „denkt von der Wirkung her!“. Also wollt ihr beispielsweise informieren, wollt ihr die Leute beruhigen oder zur Mitwirkung begeistern? Je klarer das ist, desto besser könnt ihr die Inhalte und den Verlauf der Veranstaltung darauf aufbauen. Ein Beispiel: Ich habe für den VDI eine Online-Veranstaltung zum Thema „Online-Veranstaltungen erfolgreich organisieren und moderieren“ durchgeführt. Unser Ziel war: Hürden und Vorbehalte abbauen, Inspiration und hilfreiche Handreichungen geben und für die Online-Formate begeistern. Dazu haben wir ganz praktische Erfahrungen, Tipps und Handwerkszeug vermittelt und die Veranstaltung so gebaut, dass die Teilnehmenden erleben konnten, wie Netzwerken und Interaktion auch online funktioniert. 2 Tage später bekam ich eine Anfrage, ob Teile unserer Folien verwendet werden dürfen. Ja! Klar! „Inspiration und Hilfreiche Handreichungen geben“ hat schon mal funktioniert!

2. Input und Interaktion im Wechsel

Schon bei der Vorbereitung einer Veranstaltung solltet ihr Möglichkeiten mit eindenken, um miteinander in Interaktion zu gehen, also Gespräche zu ermöglichen. Es ist ja mal ganz schön, einen spannenden TedTalk zu hören, aber ehrlich gesagt sind die wenigsten Online-Veranstaltungen und Meetings so spannend, dass man sich stundenlange Monologe anhören möchte. Denn das zieht Energie, und ein Gefühl von „Disconnection“ wird übermächtig. Deshalb überlegt euch, wie ihr die Teilnehmenden zur Interaktion herausfordern könnt, beispielsweise durch eine Umfrage mit anschließender Diskussion über das Ergebnis oder den begleitenden Chat. Wir halten es beispielsweise bei vielen Teilnehmenden so, dass wir im Chat die Fragen eine Weile sammeln und an Zwischenstopps dann gebündelt darauf eingehen und dann ggf. auch gezielt Rückfragen stellen und in den Live-Austausch gehen. Und wer jetzt sagt „Bei unseren Teammeetings bin ich als Chef*in die/ der Alleinunterhalter*in“ dem sage ich: es ist an Dir, das zu ändern!

3. Check-In und Check-Out sind Gold wert

Wollt ihr in einer guten Atmosphäre eine Veranstaltung durchführen und ein Klima schaffen, in dem die Teilnehmenden in Austausch gehen, vielleicht sogar kreativ werden, solltet ihr einen Check-In machen: das kann beispielsweise eine Verortung zur aktuellen Stimmung sein oder wie sie zu dem Thema stehen oder sogar eine gemeinsame Schweigeminute. Gerade bei unbekannten Teilnehmenden ist auch eine kurze Breakout-Session hilfreich, bei der man sich in kleiner Runde „beschnuppern“ kann. Ich habe selbst schon oft gemerkt, wie das beim mir Berührungsängste abbaut oder mich wirklich in der Veranstaltung ankommen lässt. Eine visuelle unterstützung kann dabei hilfreich sein:

Und wenn ihr dann durch seid, vergesst nicht, Feedback einzuholen. Da uns im virtuellen Raum einige Eindrücke nur teilweise, manche ganz „abgeschnitten“ sind, könnte es sein, dass dein Selbstbild und das Fremdbild weit auseinanderklaffen. Während Du selbst denkst „naja, war nicht so doll“, kann die Resonanz bei den Teilnehmenden ganz anders aussehen. Ich weiß selbst, dass ich bei einer meiner ersten Online-Veranstaltung mit ca. 60 Personen kein Gefühl dafür hatte, wie unser Angebot mit den Erwartungen der Teilnehmenden „matchte“. Mit Herzklopfen blendete ich eine Feedback-Folie ein und war erleichtert nun einen Anhaltspunkt zu haben, wie es angekommen ist. Feedback ist immer eine Möglichkeit, sich selbst und ein Veranstaltungsformat weiterzuentwickeln. Egal, ob es um eine regelmäßige Teamsitzung oder eine Aufsichtsratssitzung handelt. Vertut euch das nicht, wir befinden uns gerade alle auf einem großen Lernfeld!

4. Visualisieren, visualisieren, visualisieren

Schon in Präsenzveranstaltungen verflüchtigt sich so mancher wertvolle Beitrag, wenn er nicht niedergeschrieben wird. Im virtuellen Raum geht das noch schneller und es droht die Gefahr, sich im Kreis zu drehen. Nutzt die Möglichkeiten des Screen Sharing oder von gemeinsamen Whiteboards oder den Chat etc. Selbst ein einfaches Word-Dokument, in dem ein Teilnehmender die Gedanken mitskizziert kann dazu beitragen, dass sich nicht alles verflüchtigt und ihr zu Ergebnissen kommt. Alles was skizziert oder aufgeschrieben wird, kann üblicher Weise auch gespeichert und damit weiter verwertet werden. Und wenn ihr eine Message zu vermitteln habt, machen vielleicht auch in einer Teamsitzung 2-3 geteilte PowerPoint-Folien Sinn, um sich daran abzuarbeiten

5. Pausen machen

Last but not least. Pausen sind unerlässlich und tragen dazu bei, dass ihr bei Sinnen und Gelassenheit bleibt! Während ihr im „analogen“ Alltag wenigstens mal von einem Konferenzraum zum anderen laufen könnt, fällt das zumindest im Homeoffice-Alltag weg. Bewegung trägt allerdings dazu bei, Stress abzubauen! Pausen abseits vom PC braucht es, um die Augen und den gesamten Körper zu entspannen. Gebt euch Zeit, euch im wahrsten Sinne des Wortes aufzurichten, euch zu strecken, durchzuatmen und in die Ferne zu schauen. Das entspannt Körper und Geist. Ganz konkret heißt das: Zwischen Online-Veranstaltungen (und kommen sie noch so spannend daher) plant eine Pause von mindestens 10 Minuten ein. Traut euch, Blocker in den Terminkalender zu setzten, an denen ihr andere Arbeit macht oder einfach nicht zu erreichen seid. Es kommt doch auf’s Ergebnis eurer Arbeit an, nicht darauf ob ihr 24/7 online wart!

P.S.: Auch informelle Treffen können eine wunderbare Form sein, um Verbundenheit zu schaffen oder zu halten: Eine freiwillige regelmäßige Coffee-Corner (also gemeinsame Kaffeetrinken „in der Küche“), ein gemeinsames Mittagessen oder der Feierabend-Drink sind möglich. Das einzige Ziel ist dann, die Verbindungen zu pflegen. Eine Dramaturgie ist dann nicht nötig, es braucht nur jemanden, der regelmäßig als Host da ist. Und… es ist erstaunlich, wie wohltuend dieses „chitchat“ in Zeiten von Homeoffice ist!

Viel Spaß bei Euren Online-Formaten!

Wollt ihr mit Eurem Team den nächsten Level der virtuellen Zusammenarbeit erreichen? Dann ist das Remote Leadership Programm eine tolle Gelegenheit, das schnell hinzubekommen. Sei dabei, hier gibt es weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung >>

Ist Führung heute out oder anders? Der Online-Talk

Führung

Ist Führung heute out oder anders? Wir gehen auf den Prüfstand!

Für den VDI Berlin Brandenburg fragen Dr. Phil. Justinus Pieper und ich „ist Führung heute out oder anders?“

Wir gehen in den Diskurs miteinander und mit Ihnen und stellen Führung vor dem Hintergrund der rasant voranschreitenden Digitalisierung auf den Prüfstand:

  • Welche Führungsmethoden sind sinnvoll und hilfreich?
  • Was können wir von historischen Führungspersönlichkeiten auch heute noch lernen?
  • Wie passen Führung und Selbstorganisation zusammen?
  • Und natürlich werden wir auch schauen, was Führung aus dem Homeoffice für Herausforderungen bringt und wie man denen begegnen kann!

Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen. Kommen Sie gerne vorbei – auch wenn Sie kein VDI-Mitglied sind!

Dies ist ein ONLINE-Event am 28.05.2020 von 19:00-21:00.

Zur Anmeldung über den VDI geht’s hier entlang >>

Mein Gesprächspartner:
Dr. phil. Justinus Pieper begeistert für nachhaltige Managementstrategien auf ethischem Fundament – versehen mit dem Gütesiegel der Geschichte. Er ist für mittelständische Unternehmen (u.a. Gindele GmbH) ebenso tätig wie für internationale Konzerne (u.a. Audi AG, Siemens-Nokia, Mast-Jägermeister SE), Stiftungen (u.a. Konrad-Adenauer-Stiftung), Kammern (u.a. IHK Karlsruhe), Vereine und Verbände (u.a. VDI, VBI, VBKI). 2016 Lehrpreisträger der Beuth Hochschule für Technik Berlin, bis Juli 2019 Gastprofessor an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, Initiator und Moderator der Reihe „We meet Business“, Träger des FinAF-Preises (in Kooperation mit IfKom) für ethisch-nachhaltiges Führen 2020. http://www.erfolgsgeschichte.net/

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Dem Team Orientierung geben – so funktioniert’s

Orientierung geben

Für Führungskräfte und Teams stellt sich immer wieder die Frage: was gibt uns Orientierung – gerade in der schnelllebigen und komplexen Arbeitswelt

Schnell mal eine Vision auf einen Zettel pinseln, die verkünden und dann ist das schon genug Orientierung? Dass es ganz so einfach ist, stelle ich immer wieder in Team- und Organisationsentwicklungsprozessen fest. Was sind eigenlich „gute“ Orientierungspunkte? Wie können Mitarbeiter*innen andocken? Wie entsteht aus einer zunächst vielleicht nur rudimentären Vision eigentlich Bewegung?

Häufig braucht es – gerade in hierarchisch organisierten Unternehmen – einen Impuls der Führungskraft

Davon ausgehend kann gemeinsam mit dem Team eine tragfähige Vision entstehen, an der sich alle gemeinsam ausrichten können. Wenn jeder die Möglichkeit hatte, daran mitzuarbeiten und einzubringen, was ihm sinnvoll erscheint, entwickeln Bilder und Worte häufig Sogkraft für die Akteure. Es kommt Bewegung ins Spiel. Wie wir das ganz praktisch angegangen sind, beschreiben Michael Greulich, Leiter der Testplattform bei der ALDB GmbH und ich in zwei BLOG-Beiträgen auf XING Executive:

Die Perspektive der Führungskraft gibt’s hier >>

Die Perspektive der Organisationsenwicklerin gibt’s hier >>

Und wer noch mehr zum Thema wissen will, und wie das Thema „Visionen erarbeiten“ in einen Teamentwicklungsprozess eingebunden ist, dem sei mein Buch „Der Balanceakt zwischen Führung und Selbstorganisation“ ans Herz gelegt!

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Der Balanceakt zwischen Führung und Selbstorganisation

Führung und Selbstorganisation

Verantwortung neu verteilt: Herausforderungen für Teams und Führungskräfte

Durch die zunehmende Digitalisierung befeuert suchen hierarchisch organisierte Unternehmen eine neue Balance zwischen Führung und Selbstorganisation. Wie kann das gelingen?

Die Führungskraft als Initiator der Transformation

Der technologische Wandel fordert von hierarchisch organisierten Unternehmen mehr Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft. Eine neu ausbalancierte Art der Führung und Selbstorganisation soll dies ermöglichen – ungewohntes Terrain für viele Führungskräfte und Teams. Die paradoxe Aufgabe für die Führungskraft: Meist muss sie den Wandel initiieren, Orientierung geben und sukzessive Verantwortung abgeben. Wie kann sie mit dem Team Fahrt aufnehmen? Welche Fähigkeiten müssen die Akteure schärfen, um zu einem souveränen Zusammenspiel zu finden?
Diese Fragestellungen beleuchte ich vor dem Hintergrund einer systemisch orientierten Sichtweise anhand von Praxissituationen. Ich gebe Führungskräften im mittleren Management und Teams einen Kompass an die Hand, der sie Schritt für Schritt zu einer neuen Zusammenarbeit führt.

Das Buch ist etwas für Praktiker

Es enthält Fallbeispiele, konkrete Methoden und Modelle und gibt viele Anregungen, wie Sie als Führungskraft eine Initialzündung für die Transformationen geben können. Was das für die eigene Rolle und Haltung bedeutet, und wie mit dem Team weiter gearbeitet werden kann.

Das zentrale, im Buch vorgestellte und von mir entwickelte MEER-Modell können Sie hier herunterladen, um es für die Arbeit mit Ihrem Team zu verwenden.

Die Daten zum Buch

Erscheinungsjahr 2019. 83 Seiten, mit 3 Abbildungen und einer Tabelle, kartonierte Ausgabe
Print: € 12,– D, € 13,– A
eBook: € 9,99 D, € 10,30 A
ISBN 978-3-525-40673-1
Erschienen bei Vandenhoeck und Ruprecht in der Reihe Leben. Lieben. Arbeiten: systemisch beraten
Das Buch „Der Balanceakt zwischen Führung und Selbstorganisation“ kann hier bestellt werden >>

 

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Fragen machen klug und stärken die Eigenverantwortung

Fragetechniken

Fragen machen klug, das weiß doch jedes Kind

Schon Ernie und Bert haben uns beigebracht, „wer nicht fragt bleibt dumm“. Das Schöne ist, wenn Fragen gestellt werden, können der Fragende und auch der Gefragte gleichermaßen dazu lernen. Und das ist insbesondere dann interessant, wenn sich Unternehmen wünschen, dass Mitarbeiter mit mehr Eigenverantwortung bei der Sache sind. Doch wie frage ich wirksam? Gibt es einen Fragen-Fundus? Die kluge Antwort vorweg: Ja, natürlich! Hier!

Viele Führungskräfte suchen im Coaching den Schlüssel zu mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter

Sie wünschen sich im Rahmen der Führung und Zusammenarbeit eine Fehler- und Problemlösungskultur, in der die Fachexperten eigenverantwortlich Missstände ansprechen und zur Lösungsfindung beitragen. Um dies zu erreichen, mache ich immer einen Exkurs zu den Fragetechniken. Diese helfen, zu neuen Optionen zu kommen und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu stärken. Mit  Hilfe von Fragen wird das üblicher Weise Unausgesprochene aufgedeckt: Einschätzungen, Ideen, Grundannahmen, Glaubenssätze, Werte der Personen kommen an die Oberfläche und können für eine (gemeinsame) Lösungsfindung herangezogen werden.

Den Soll-Zustand ins Visier nehmen

Meist ist es hilfreich, zunächst einen wünschenswerten Soll-Zustand („wie ist der Zustand, wenn das Problem nicht mehr existiert“) zu formulieren. Dadurch wird ein Lösungsfokus aufgemacht und der Kontext geklärt, innerhalb dessen nachgedacht werden soll. Davon ausgehend können die Beteiligten ihre Kompetenz und ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit, und auch eigene mögliche neue Verhaltens- bzw. Herangehensweisen für die Zukunft ins Spiel bringen.

Den inneren Experten in den Hintergrund stellen

Die Herausforderung für viele Führungskräfte ist in diesem Zusammenhang, ihr Vertrauen in die Fähigkeiten und die Leistungsbereitschaft der Menschen in den Vordergrund, und ihren eigenen inneren Experten (der bereits eine Lösung im Kopf hat) in den Hintergrund zu stellen. Statt selbst einzugreifen (eine Lösung vorzuschlagen) können sie den Lösungsfindungsprozess mit klärenden oder anregenden Fragen und mit der Haltung des Nichtwissenden befeuern.

Genereller Tipp

Gut zuhören und einzelne Aspekte aus der Antwort aufgreifen und daran die nächste Frage ausrichten, statt „immer wieder ein neues Fass aufzumachen“. Z.B.
Führungskraft (FK): Wie würdest Du denn herangehen?
Mitarbeiter (MA): Ich würde zunächst ein Feinkonzept erstellen
FK: Aha, ein Feinkonzept. Wofür ist das denn wichtig?
MA: Damit ich eine höchstmögliche Sicherheit gegenüber dem Kunden habe
FK: Was würde Dein Kollege xy (ein wohlgesonnener Experte) sagen, wie wichtig das mit der Sicherheit ist?

Fragen über Fragen. Der Fragen-Fundus im Kontext Führung und Eigenverantwortung

Zum Ausdruck auf A3 habe ich den Fragen-Fundus zusammengestellt. Den können Sie sich hier herunterladen >>

Fragen-Fundus

>> Wenn Sie im geschützen Rahmen mal Fragen fragen möchten, dann schauen Sie hier >>

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Mit dem MEER-Modell die Selbstorganisationsfähigkeit von Teams stärken

Selbstorganisationsfähigkeit stärken mit dem MEER-Modell

Das MEER-Modell bei den Wirtschaftspsychologen

Am 09.07.2018 stelle ich das MEER-Modell zur Stärkung der Selbstorganisationsfähigkeit von Teams vor. Spannend dürfte unter anderem werden, dass ich betrachte, wie Selbstorganisation  in zwei sehr unterschiedlichen Kontexten lebt bzw. zum Leben erweckt wird: zum einen im Unternehmenskontext, bei Teams die klassischer weise hierarchisch geführt wurden, und nun mehr Selbstorganisation und Eigenverantwortung umsetzen müssen, um in der VUKA-Welt überleben zu können. Hier kann ich gelassen aus der Außenperspektive des Coaches auf den Transformationsprozess schauen. Ganz anders sieht es aus, wenn ich mir unsere selbstorganisierte Improvisationstheater-Gruppe anschaue. Als Ensemble-Mitglied der IONen Improtheater Berlin kann ich alles auch aus der Innenperspektive schildern. Da moderiere, entscheide, erkenne und reflektiere ich live mit – mit allen Höhen und Tiefen, die das mit sich bringt! Ein wunderbares Lernfeld…

Ich freue mich, das von mir entwickelte Modell beim Bundesverband der Psychologinnen und Psychologen, Sektion Wirtschaftspsychologie vorstellen zu können und bin gespannt auf die Diskussion.

Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich willkommen, die Veranstaltung ist kostenfrei.

Datum: 09.07.2018
Zeit: 19:15 bis 21:15
Ort: Haus der Psychologie, Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin, Raum 403 (4. Etage)
Anreise:
ÖVPN: U-Bahnstation Märkisches Museum (U2), U-Bahnstation Heinrich-Heine-Strasse (U8) und S-Bahnstation Jannowitzbrücke (S5 / S9 / S75) jeweils in ca. 300 m Nähe.
PKW: Freie Parkplätze sind abends leicht zu finden.

Gäste sind willkommen. Bitte kontaktieren Sie Dr. Thomas Binder vorher, wenn Sie kein BDP-Mitglied sind.

 

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>> Und wenn Sie erleben möchten, wie die IONen live auf der Bühne scheitern oder Ihre Firmenveranstaltung aufpeppen, schauen Sie direkt auf der Website der IONen Berlin >>

Transparenz durch Digitalisierung und der bewusste Umgang mit Reaktionen

Vortrag Transparenz

Workshop: Transparenz durch Digitalisierung – zwei Seiten einer Medaille

Kommen Sie zum 18. VDI-Kongress Frauen im Ingenieurberuf in Frankfurt: Am 08.06.2018 gebe ich dort einen Workshop. Hier geht’s zur Anmeldung…

Digitalisierung birgt für Führungskräfte und Teams in dieser VUKA-Welt viele Chancen, sich unterstützen zu lassen – sei es durch Kollaborationstools oder (IT-gestützte) Abläufe. Es entsteht Daten-Transparenz, welche von Begeisterung bis zur Angst vor Verfolgung viele Reaktionen entfacht. Wie fangen wir diese verantwortungsvoll und im Dienste von Mensch und Unternehmen ein? Wir schauen uns die zwei Seiten der „Digitalisierungs-Medaille“ im Workshop an, und sensibilisieren uns für den (un-) sinnigen Umgang mit Daten.

>> Haben Sie auch Veränderungen zu bewegen und spüren die Dynamik? Dann sprechen Sie mich an, ich schaue mit Ihnen gemeinsam, wie Sie die Sache in gute Fahrwasser bringen. Mehr dazu hier >>

Mehr Freiraum im Kopf – ein Baustein für die Arbeit 4.0 – Teil2 Fokus

Freiraum braucht Fokus

Fokus: das „wilde Hündchen im Kopf“ beruhigen

Angenommen, Sie haben meinen Rat aus Teil 1 dieses Beitrags zum Thema „Mehr Freiraum im Kopf“ beherzigt, und das Handy in der Tasche gelassen, und den E-Mail-Client abgeschaltet, als Sie beschlossen haben, den Fokus auf ein wichtiges Schriftstück zu setzen. Doch schon nach kurzer Zeit merken Sie, dass trotz allem in ihrem Kopf ein „wildes Hündchen hin und herspringt“, und etliche störende Gedanken ihrer konzentrierten Arbeit dazwischenfunken. Vielleicht begegnet Ihnen das wilde Hündchen sogar nach Feierabend und verschafft Ihnen ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken, was Sie heute alles nicht geschafft, und morgen „vor der Brust“ haben. Kein Wunder. Fokus will geübt sein. Auch dieses Phänomen bespreche ich mit meinen Kunden oft im Coaching und rege durch erste Übungen an. Denn ich verstehe Coaching als eine systemische, ganzheitliche Unterstüztung für Sie in Ihrem (Berufs-) Leben, und deshalb gehört dieser Aspekt für mich auch dazu.

Tipp 2: Fangen Sie gleich bei sich an – Freiraum braucht Fokus

Wir sind im Grunde ständig damit beschäftigt, zwischen Vergangenheit und Zukunft gedanklich hin- und herzuspringen. Mit Konzentration hat das nicht viel zu tun. Und dazu kostet uns das, wie in Tipp1 beschrieben, Gehirnleistung und Energie, und verursacht im Dauerbetrieb im schlimmsten Fall Stress und Verspannung. Prof. Dr. Michalsen empfiehlt in seinem Buch „Heilen mit der Kraft der Natur“ meditative Praxis, um das  „wilde Hündchen im Kopf“ zu beruhigen. Die Folgen sind körperlich spürbar, indem z.B. Verspannungen reduziert werden. Auf der kognitiven Ebene wird Fokus möglich, und es entstehen zusätzlich wieder „Ideen-Feuerwerke“ dadurch, dass Sie auf Ihrer Festplatte im Hirn Staub gewischt haben. Einige Beispiele für meditative Praxis:

  • Yoga als „Meditation in Bewegung“ finden Sie adaptiert an unseren westlichen Lebensstil in verschiedenen Spielarten, vom klassischen Hatha-Yoga über Iyengar bis hin zu den dynamischen Stilen wie Ashtanga oder Vinyasa Flow. Ich habe beispielsweise seit vielen Jahren meine Heimat im Vinyasa gefunden, und praktiziere wöchentlich und hin und wieder in Retreats u.a. bei meiner wunderbaren Lehrerin Stine.
  • Weitere Meditation in Bewegung sind z.B. Qi-Gong oder Tai Chi. Auch hier geht es wie beim Yoga darum, die Konzentration (meist über die Atmung und achtsame Bewegungen) nach innen zu lenken und zu lernen, den Fokus zu halten.
  • Sitzende Meditation erfordert Übung und nicht zuletzt Geduld mit sich selbst. Eine tägliche Praxis kann sehr zu Wohlbefinden und Gesundheit beitragen, indem das Körperbewusstsein geschult, oder die Gedanken beobachtet werden (z.B. im MBSR). Manch einer empfindet auch die spirituelle Komponente als Bereicherung, wie sie beispielsweise in Buddhistischen Zentren mit einfließt.

Welche Meditative Praxis die passende für Sie ist, sollten Sie für sich ausprobieren, da gibt es kein Patentrezept. Beginnen Sie am besten Ihre Praxis unter Anleitung in einer Gruppe. Die meisten Anbieter bieten Probestunden an, sodass Sie ein Gespür bekommen können, ob Ihnen die Richtung zusagt. Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl…

Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und üben Sie, den Fokus zu halten. Ihr Körper wird es Ihnen danken. Und wenn die Zeit fehlt, sollten Sie den Tipp 1 lesen…

Hier geht’s lang zu Tipp 1: Multitasking ist Gift für den Freiraum im Kopf >>

Hier geht’s lang zu Tipp 3: Rituale bringen Teams mehr Freiraum im Kopf >> verfügbar ab Montag 05.03.2018