Mehr Freiraum im Kopf – ein Baustein für die Arbeit 4.0 – Teil2 Fokus

Freiraum braucht Fokus

Fokus: das „wilde Hündchen im Kopf“ beruhigen

Angenommen, Sie haben meinen Rat aus Teil 1 dieses Beitrags zum Thema „Mehr Freiraum im Kopf“ beherzigt, und das Handy in der Tasche gelassen, und den E-Mail-Client abgeschaltet, als Sie beschlossen haben, den Fokus auf ein wichtiges Schriftstück zu setzen. Doch schon nach kurzer Zeit merken Sie, dass trotz allem in ihrem Kopf ein „wildes Hündchen hin und herspringt“, und etliche störende Gedanken ihrer konzentrierten Arbeit dazwischenfunken. Vielleicht begegnet Ihnen das wilde Hündchen sogar nach Feierabend und verschafft Ihnen ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken, was Sie heute alles nicht geschafft, und morgen „vor der Brust“ haben. Kein Wunder. Fokus will geübt sein. Auch dieses Phänomen bespreche ich mit meinen Kunden oft im Coaching und rege durch erste Übungen an. Denn ich verstehe Coaching als eine systemische, ganzheitliche Unterstüztung für Sie in Ihrem (Berufs-) Leben, und deshalb gehört dieser Aspekt für mich auch dazu.

Tipp 2: Fangen Sie gleich bei sich an – Freiraum braucht Fokus

Wir sind im Grunde ständig damit beschäftigt, zwischen Vergangenheit und Zukunft gedanklich hin- und herzuspringen. Mit Konzentration hat das nicht viel zu tun. Und dazu kostet uns das, wie in Tipp1 beschrieben, Gehirnleistung und Energie, und verursacht im Dauerbetrieb im schlimmsten Fall Stress und Verspannung. Prof. Dr. Michalsen empfiehlt in seinem Buch „Heilen mit der Kraft der Natur“ meditative Praxis, um das  „wilde Hündchen im Kopf“ zu beruhigen. Die Folgen sind körperlich spürbar, indem z.B. Verspannungen reduziert werden. Auf der kognitiven Ebene wird Fokus möglich, und es entstehen zusätzlich wieder „Ideen-Feuerwerke“ dadurch, dass Sie auf Ihrer Festplatte im Hirn Staub gewischt haben. Einige Beispiele für meditative Praxis:

  • Yoga als „Meditation in Bewegung“ finden Sie adaptiert an unseren westlichen Lebensstil in verschiedenen Spielarten, vom klassischen Hatha-Yoga über Iyengar bis hin zu den dynamischen Stilen wie Ashtanga oder Vinyasa Flow. Ich habe beispielsweise seit vielen Jahren meine Heimat im Vinyasa gefunden, und praktiziere wöchentlich und hin und wieder in Retreats u.a. bei meiner wunderbaren Lehrerin Stine.
  • Weitere Meditation in Bewegung sind z.B. Qi-Gong oder Tai Chi. Auch hier geht es wie beim Yoga darum, die Konzentration (meist über die Atmung und achtsame Bewegungen) nach innen zu lenken und zu lernen, den Fokus zu halten.
  • Sitzende Meditation erfordert Übung und nicht zuletzt Geduld mit sich selbst. Eine tägliche Praxis kann sehr zu Wohlbefinden und Gesundheit beitragen, indem das Körperbewusstsein geschult, oder die Gedanken beobachtet werden (z.B. im MBSR). Manch einer empfindet auch die spirituelle Komponente als Bereicherung, wie sie beispielsweise in Buddhistischen Zentren mit einfließt.

Welche Meditative Praxis die passende für Sie ist, sollten Sie für sich ausprobieren, da gibt es kein Patentrezept. Beginnen Sie am besten Ihre Praxis unter Anleitung in einer Gruppe. Die meisten Anbieter bieten Probestunden an, sodass Sie ein Gespür bekommen können, ob Ihnen die Richtung zusagt. Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl…

Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und üben Sie, den Fokus zu halten. Ihr Körper wird es Ihnen danken. Und wenn die Zeit fehlt, sollten Sie den Tipp 1 lesen…

Hier geht’s lang zu Tipp 1: Multitasking ist Gift für den Freiraum im Kopf >>

Hier geht’s lang zu Tipp 3: Rituale bringen Teams mehr Freiraum im Kopf >> verfügbar ab Montag 05.03.2018